Vitamine gegen Krebs

Vitamine gegen Krebs

Vitamine gegen Krebs, das ist ein heikles Thema. Die Meinungen von Experten gehen dabei weit auseinander. Deutschland ist kein Mangelgebiet was Vitamine und Nährstoffe betrifft, ausgeschlossen davon sind allerdings Jod, Folsäure und Fluor. Bestimmte Lebensmittel werden seit einigen Jahren mit diesen Stoffen angereichert und es bleibt die Frage, ob das nicht in wenigen Jahren auch schon mit Vitaminen passieren wird.

Laut einer großangelegten Studie hat jedoch jeder Zweite einen Vitaminmangel, vor allem in Bezug auf Vitamin D und E. Dem gegenüber stehen zahlreiche Studien, die sich mit Vitamine gegen Krebs befasst haben. Bevor wir uns diese Studien näher ansehen muss gesagt werden, dass sich dabei alle Studien künstlich hergestellte Vitamine zu nutze gemacht haben.

Pillen statt ausgewogener Ernährung

Es wäre vermutlich auch wesentlich schwieriger, eine Studie durchzuführen, in der eine ausgewogene Ernährung eine Rolle spielt. Viele Vitamine und Mineralstoffe ergänzen und bedingen sich gegenseitig und die Natur hat es so schlau eingerichtet, das bei einer abwechslungsreichen und gesunden Ernährung möglichst viel davon aufgenommen und auch verwertet werden kann. Das ist bei künstlich hergestellten Vitaminen schlichtweg nicht der Fall.

Im Gegenteil, einige Studien mussten zur Sicherheit der Probanden sogar abgebrochen werden. 2004 wurde die Wirkung von Vitamin A in Tablettenform an Rauchern in der CARET-Studie getestet, die ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs haben. Die Rate derjenigen, die tatsächlich an Lungenkrebs erkrankten stieg statt zu sinken und das bedeutet das Aus für die Studie.

Vitamin E schützt vor freien Radikalen

2008 musste eine Studie (SELECT) abgebrochen werden, die sich mit Prostatakrebs und Vitamin E sowie Selen beschäftigte. Die Probanden bekamen Vitamin E, eine Kombination aus Vitamin E und Selen, nur Selen oder eine wirkungslose Pille. Die Gruppe mit Vitamin E erkrankte häufiger an Prostatakrebs, die Selengruppe neigte nun plötzlich zu Diabetes.

Hier muss man wissen, dass natürliches Vitamin E wie es in Ölen sowie Nüssen und Samen vorkommt aus 16 unterschiedlichen chemischen Verbindungen besteht. Das Vitamin E in der Studie bestand nur aus 8 chemischen Verbindungen. Vitamin E ist zudem auf Vitamin C angewiesen, um seine Aufgaben als Antioxidans wahrzunehmen und die Zellen vor freien Radikalen zu schützen.

Mehr Schaden als Nutzen?

Wie man sieht ist es nicht so einfach, pauschal zu sagen, Vitamine gegen Krebs seien wirkungslos, ja sogar gefährlich. Einig sind sich alle in folgendem: Künstlich hergestellte Vitamine können mehr schaden als nutzen und Krebspatienten sollten immer Rücksprache mit ihrem Arzt halten. Einige Vitamine beziehungsweise die Inhaltsstoffe der Tabletten können zu unerwünschten Wechselwirkungen führen und andere Medikamente beeinflussen.

Auch die Wirkung von Vitamin D zur Krebsprävention wurde in einigen Studien untersucht. Vitamin D hat in den letzten Jahren einen echten Boom erlebt und überall wird über dessen Wichtigkeit diskutiert. 2012 erst wurde der tägliche Bedarf an Vitamin D von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung neu berechnet und nach oben abgepasst.

Das Sonnenvitamin

Vitamin D wird zu 90% über Sonnenlicht gebildet und kann im Körper gut gespeichert werden. In unseren Breitengraden ist es allerdings in den Wintermonaten – von Oktober bis März – schwierig genügend Vitamin D zu bilden. Wer auch im Sommer der Sonne aus dem Weg geht kann schnell in eine Unterversorgung geraten.

Es gibt vieles, was im Körper ohne Vitamin D nicht richtig funktioniert. Dazu gehören eine erhöhte Infektanfälligkeit, Depressionen, Schlafprobleme und Schmerzen in den Muskeln sowie ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche. Es gibt auch hier schon einige Studien, die sich mit Vitamin D als vorbeugende Maßnahme gegen Krebs beschäftigt haben.

Vitamin D bei Brustkrebs

In Sachen Brustkrebs beispielsweise zeigten sich gute Erfolge in einer amerikanischen Studie die über vier Jahre ging. Die Gruppe, die mit Calcium und Vitamin D versorgt wurde hatte ein bis zu 60 Prozent geringeres Risiko an Brustkrebs zu erkranken als die Kontrollgruppe, die nur unwirksame Pillen bekam.

Alles in allem lässt sich keine klare Aussage darüber treffen, ob Vitamine nun gegen Krebs helfen oder nicht. Es ist auf jeden Fall die bessere Wahl ein möglichst breites Spektrum an Vitaminen und Mineralstoffen über die Ernährung aufzunehmen als sich auf künstlich hergestellte Pillen zu verlassen – vor allem dann, wenn die Diagnose Krebst bereits gestellt wurde.

Vorbeugen ist besser als heilen lautet ein altes Sprichwort und sollte auch in diesem Zusammenhang beherzigt werden. Um sich auch mit genügend Vitamin D zu versorgen reichen 12 Minuten täglich Sonnenlicht in den Sommermonaten – und das möglichst ohne Sonnencreme denn diese kann die Aufnahme blockieren. Am besten geeignet sind dafür die Morgen- und Abendstunden wenn die Sonne nicht mehr vom Himmel brennt.

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